Iris Bahr: Schlampen im Schlafsack - Auf der Moomlatz-Route durch Südamerika
SCHLAMPEN IM SCHLAFSACK - auf der Moomlatz-Route durch Südamerika von Iris Bahr ist mehr als nur einen vergnügten Reiseroman.
Die 21jährige, leicht neurotische Iris entscheidet sich, nicht wie alle in Tel Aviv zu studieren, sondern sich an der renommierten US-amerikanischen Brown University zu bewerben. Die Uni ist für ihre Unkonventionalität bekannt, und so bekommt Iris auf ihre ausgefallene Bewerbung tatsächlich eine Zusage – sehr zum Leidwesen ihrer Mutter, die sie gern in Israel behalten hätte. In den USA stellt Iris allerdings fest, dass sie zu keiner der studentischen Gruppen gehört. Die Sportler sind ihr zu dumm, die „Euros“ – gut situierte Studenten aus aller Welt - zu reich, die veganen Hippies zu verstrahlt und die Spösslinge des akademischen Altadels zu borniert. So beschließt sie, in den nächsten Semesterferien mit ihrer alten Freundin Talia erst einmal eine lange Reise durch Südamerika zu unternehmen. Talia ist sofort dabei und schon bald landen die Beiden in der peruanischen Hauptstadt Lima, wo sie von Iris’ Onkel abgeholt werden. Doch der Entspannungstrip entwickelt sich für Iris anders als geplant. Pazit, die Frau mit dem Wunder-Campingkocher, schließt sich ihnen an, Talia zieht ihr eigenes Ding durch und Iris weiß plötzlich nicht mehr, wohin die Reise eigentlich gehen soll. Und dann lernt sie, nach mehreren missratenen Anläufen, auch noch die große Liebe kennen. Für viele Turbulenzen also ist gesorgt.
„Schlampen im Schlafsack“ ist die Fortsetzung von Iris Bahrs erstem Reiseabenteuer „Moomlatz – oder wie ich in Asien versuchte meine Unschuld zu verlieren“. Auch ihr zweites Buch hat unverkennbar autobiografische Züge. Anfänglich mit viel Schwung versucht die junge Iris, ein neues Leben an einer fernen Universität zu beginnen. Doch schnell merkt sie, dass sie sich selbst nicht entfliehen kann. In Erinnerung an ihre erste Tour will sie auf ihrer Südamerika-Reise über Einiges Klarheit gewinnen. Und so wird auch die Geschichte im Lauf der Zeit stets nachdenklicher. Iris wird auf ihrer Reise immer abgeklärter und begreift, dass das Leben nicht nur aus Ablenkung besteht, sondern dass man sich seinen Fragen irgendwann stellen muss. So findet sie nicht nur ihre erste große Liebe, sie begegnet auch ihrer Umwelt mit mehr Verständnis. Das alles macht aus „Schlampen im Schlafrock“ mehr als nur einen vergnügten Reiseroman: Während der Witz des ersten Buches allmählich in den Hintergrund tritt, gewinnt die Story mit jedem Kapitel an Tiefe - auch wenn es natürlich stets um jede Menge Spaß geht.
Iris Bahr, geboren in der New Yorker Bronx, zog mit 12 Jahren mit ihrer Mutter nach Israel. Zum Studium kehrte sie in die USA zurück und absolvierte eine Schauspielausbildung in New York. Seit 2000 ist sie regelmäßig in TV-Rollen zu sehen (»King of Queens«, »Friends«). Mit ihrem preisgekrönten Comedy-Soloprogramm »Dai« trat sie bereits am Broadway und vor den Vereinten Nationen auf.
Rezension von Silke Schröder
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