Chris Cleeve: Little Bee
gelesen von Britta Steffenhagen und Sarah Alles
LITTLE BEE von Chris Cleeve ist eine bewegende Geschichte über eine junge Frau, die der katastrophalen Lage in Nigeria entfliehen und ihr doch nicht entkommen kann.
Die 16-jährige Nigerianerin Little Bee lebt seit zwei Jahren in einem englischen Abschiebelager für Asylbewerber. In ihrer Heimat ist ihr Schlimmes widerfahren, denn als einzige Überlebende ihres Dorfes entkam sie nur knapp einem Anschlag der nigerianischen Ölmafia. Als sie schließlich tatsächlich aus dem Lager in die ersehnte Freiheit entlassen wird, wendet sie sich an die einzigen Menschen, die sie in Großbritannien kennt: das Journalistenehepaar Sarah und Andrew, denen sie vor Jahren unter furchtbaren Umständen an einem Strand in Nigeria begegnet war. Doch Andrew kann es nach dem Erlebten nicht ertragen, Little Bee noch einmal gegenüberzutreten. Genau an dem Morgen, an dem Bee bei ihnen ankommt, bringt er sich um...
„Little Bee“ von Chris Cleeve ist eine bewegende Geschichte über eine junge Frau, die der katastrophalen Lage in Nigeria entfliehen und ihr doch nicht entkommen kann. Es geht um die furchtbare Situation in einem der eigentlich schönsten und (Öl-)reichsten Länder der Erde, um die oft menschenverachtende Immigrationspolitik westlicher Länder, aber auch um schicksalsschwere Entscheidungen, Freundschaft und die Frage, welchen Platz Humanität in unserem Herzen hat. Auch wenn „Little Bee“ manchmal etwas pathetisch geraten ist, berührt die Geschichte der jungen Frau zutiefst und zeigt einmal mehr: Der fiktionale Blick auf die Realitäten dieser Welt ist nichts für schwache Nerven, aber er ist immer ein Gewinn. Hervorragend gelesen von Britta Steffenhagen und Sarah Alles.
Chris Cleave, 1973 in London geboren, verbrachte seine Kindheit in Kamerun, wo sein Vater eine Guinness-Brauerei betrieb, studierte später in Oxford Experimentelle Psychologie, segelte im Auftrag reicher Leute Yachten durchs Mittelmeer, arbeitete einige Zeit als Barmann in Australien, dann als Journalist beim Daily Telegraph in London. Er lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in London.
Rezension von Silke Schröder
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