Alicia Gimenez-Bartlett: Die stumme Braut
DIE STUMME BRAUT von Alicia Gimenez-Bartlett ist ein weiterer spannender und unterhaltsamer Krimi aus Barcelona mit Inspectora Petra Delgado und ihrem Subinspektor Fermin Garzón.
Im Kloster der Herz-Jesu-Schwestern mitten in Barcelona wird ein Toter gefunden. Schnell stellt sich heraus, dass es sich um einen Mönch aus dem nahe gelegenen Männer-Kloster handelt, der die Mumie eines vor Jahrhunderten verstorbenen Heiligen restaurieren sollte. Jetzt ist er tot und der heilige Leichnam verschwunden. Was also steckt hinter dem ominösen Vorfall? Inspectora Petra Delgado und ihr Subinspector Fermín Garzón von der Policia National werden von der Äbtissin um die Aufklärung des Falles gebeten und recherchieren sogleich im unmittelbaren Umfeld des Ermordeten. Doch weder die Schwestern, noch die benachbarten Mönche können etwas zur Ermittlung beitragen. Das öffentliche Interesse ist riesig und setzt die beiden Ermittler enorm unter Druck. Den spürt Petra aber auch privat, denn sie ist seit kurzem verheiratet und muss sich nicht nur mit dieser neuen Lage auseinandersetzen, sondern auch mit den Kindern ihres Mannes. Keine einfache Situation also für die ebenso temperamentvolle wie eigensinnige Inspectora.
In Alicia Gimenez-Bartlett’ achtem Krimi müssen Inspectora Petra Delgado und Subinspector Fermín Garzón in den Klostern von Barcelona ermitteln. Wie schon in den früheren Fällen greift die Autorin auch hier wieder ebenso aktuell-brisante wie historisch-politische Themen aus Spanien auf. So erfahren wir in „Die stumme Braut“ spannende Hintergrundinfos über das traditionell schwierige Verhältnis vieler Spanier zu ihrer Kirche – berichtet Bartlett-Gimenez doch unter anderem über die Semana Trágica, die „tragische Woche“, in der es 1909 in Barcelona zwischen der Bevölkerung und der spanischen Regierung zu blutigen Auseinandersetzungen kam, als mit kirchlichem Segen die Rekrutierung von Reservisten zur Verstärkung der spanischen Kolonialtruppen in Marokko durchgesetzt werden sollte. Aber auch im Privatleben der beiden sehr verschiedenen Helden Petra Delgado und Fermín Garzón geht es turbulent zu. Frisch verheiratet, muss sich Petra viel Mühe mit ihren neuen Stiefkindern geben, während der alte Haudegen Fermin, inzwischen Ehemann einer reichen Witwe, mit ganz ungewohnten Gegnern zu kämpfen hat: den Tücken des Golfspiels und der reichhaltigen spanischen Küche. Obwohl das Finale ein wenig holpert und so mancher Dialog die sonst gewohnte, knappe Spritzigkeit vermissen lässt, ist „Die stumme Braut“ ein weiterer spannender und unterhaltsamer Krimi aus Barcelona.
Rezension von Silke Schröder
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