Jenny Zylka: Beat Baby, Beat
In Beat Baby, Beat von Jenny Zylka geht es um eine Frauenband, Berlin, coole, gute Musik zu spielen und darum, den Spaß nicht zu verlieren.
Als die 22-jährige Brenda in einem Café Conni kennen lernt, ist für die
beiden schnell klar, was sie wollen: In einer Band spielen, aber auf keinen
Fall singen. Nachdem sie die „schönen Schwestern“ und Nathalia, die Einzige
mit einer richtigen Musikausbildung, mit ins Boot geholt haben, gründen
sie die Band „Beat Bande“.
Auf dem Programm stehen 60er Jahre Instrumental-Cover
Versionen und einige eigene Songs. Der Erfolg lässt nicht lange auf sich
warten, und als noch Brendas Schwarm Michael die Band managt, geht es
bei ihnen richtig ab. Durch einen Werbeauftritt für Wimperntusche landen
sie mit ihrem Hit „Mascara“ in den Top 10. Was danach kommt, ist der Streit
um die Zukunft der Band und um den richtigen Manager. Die Band löst sich
auf und jede geht ihre eignen Wege.
Jenny Zylka ist mit ihrem Roman ein modernes Stück Popgeschichte gelungen.
Leicht, witzig und unbeschwert beschreibt sie eine imaginäre Frauenband,
die sie liebevoll „Damenkapelle“ nennt, auf ihrem Weg in die obersten
Chartebenen. Manchmal ein bisschen oberflächlich, aber trotzdem gut erzählt,
geht es neben der Musik auch um die alltäglichen kleinen Probleme wie
Beziehungen, Schuhticks und Jobs.
Aber auch um die Auseinandersetzungen,
ob es Gleichberechtigung im Musikbizz gibt und ob man für eine Kosmetik-Firma
auftreten kann, die ihre Produkte mit Tierversuchen erforscht, werden
diskutiert. Und das Buch zeigt uns auch, das Erfolg nicht alles ist.
Endlich mal ein Roman ohne Zickenterror, in dem es vor allem um eines
geht: Coole, gute Musik zu spielen und den Spaß nicht zu verlieren.
Jenni Zylka, geboren am 6. Mai 1969 in Osnabrückarbeitet als freie Journalistin in Berlin. Sie schreibt unter anderem als Kolumnistin für taz und Spiegel Online.
Rezension von Silke Schröder
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